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Tipps & Tricks
Bau einer Gleiswendel
Arbeitszeit: ca. 10h Materialkosten: ca. 20 Euro
Hier möchte ich euch zeigen, wie man mit relativ einfachen Mitteln und etwas handwerklichem Geschick, eine doch recht ansehnliche Gleiswendel selbst anfertigen kann.
Die Wendel ist zur Überbrückung bzw. zur Auffahrt oder Abfahrt einer Etage konzipiert. Der mit dieser Wendel zu überwindende Höhenunterschied liegt nach meiner Bauweise bei 16-18cm. Natürlich kann man diese dann auch entsprechend erweitern.
Da ich das Piko A-Gleis verwende, habe ich mir als erstes einen Zirkel aus Holz gebaut, um die dann benötigten Radien auf die Sperrholzplatte übertragen zu können. Dazu habe ich eine Eichenholzlatte entsprechend gekürzt, gehobelt und besäumt. Als nächstes wurde dann die Bohrung für den Nullpunkt gesetzt(1). Von hier aus habe ich die Radien R2(2) und R3(3) auf den Holzzirkel übertragen, wobei der Radius R2 mit 422mm und der Radius R3 mit 484mm bemaßt sind. Der Abstand zwischen den Gleisen beträgt somit wie von Piko vorgegeben 61,9mm.
Die Bohrungen 4 und 5 stellen die Innen- und die Außenkante, also die spätere Sägelinie dar. Somit hätten wir schon einmal den Grundstock für unseren Gleiswendel gelegt.

Abb 1: selbsgefertigter Zirkel für Piko A-Gleis
Als nächstes nehmen wir uns eine entsprechende Sperrholzplatte zur Hand, auf der wir nun die Maße, welche wir ja durch unserem Zirkel kennen übertragen wollen. Ich habe mir zu diesem Zweck einige 6mm Sperrholzplatten aus der Restkiste vom Baumarkt besorgt. Beim Kauf (auch beim Kauf der Reste) darauf achten, dass die Platten entsprechend groß sind. Der Durchmesser des Wendels beträgt ca. 1,10m. Also auch entsprechend große Stücken mitnehmen.
Vor dem übertragen der Maße mindestens zwei Seiten der Platte in einen rechten Winkel bringen, damit die Enden später gerade sind und an den nachfolgenden Halbkreis passen. Ist dies geschehen, können wir die beiden Maße (Innenkante und Außenkante) auf die Platte übertragen. Die Radien müssen hier noch nicht berücksichtigt werden, da die Wendel ja später noch mit Kork belegt wird. Meine Wendel ist 12cm breit, was sich später als sehr knapp kalkuliert aber dennoch funktional herausstellte. Für optimalen Fahrbetrieb sollte die Wendel 14-15cm breit sein.
Sind die Maße nun übertragen können die Halbkreise für die Wendel mit der Stichsäge oder Bandsäge vorsichtig ausgeschnitten werden. Ich habe in diesem Fall eine Stichsäge benutzt. Im folgenden Bild sind nun die drei fertig ausgesägten Elemente der Wendel zu sehen. Für die Ein- und Ausfahrt habe ich mir gleich noch aus den Resten der Platte zwei rechteckige Stücken von 12x25cm geschnitten (nicht abgebildet).

Abb 2: fertig ausgesägte Elemente
Der nächste Schritt ist nun das zusammenleimen und verschrauben der einzelnen Elemente sowie der beiden Enden (Einfahrt und Ausfahrt). Bei diesem Schritt muss auf eine ordentliche Verbindung der verleimten Elemente geachtet werden. Dazu diese mit Schaubzwingen einfassen und einen Tag aushärten lassen. Im Nachgang noch einmal mit mindestens 4 Schrauben je verleimte Stelle fixieren. Somit haben wir nun eine Wendel von ein-einhalb Kreisen mit Ein- und Ausfahrt gestaltet. Der nachfolgende Schritt ist nun das herstellen und anbringen der Stützen.

Abb 3: fertig verleimte Elemente
Hierzu sollte man zumindest wissen, in welcher Höhe die nachfolgende Ebene verlaufen soll. Im meinem Fall bin ich von einem Höhenunterschied von Ebene 0 zu Ebene 1 von 17cm ausgegangen. Durch die leicht zu biegende Ausfahrt kann ich hier zwischen 16,5 und 17,5cm variieren. Zum anfertigen der Stützen habe ich nicht nach einer Formel gerechnet, sondern einfach aus dem Gefühl und mit Augenmaß gearbeitet. Die Höhe der Ausfahrt habe ich dazu bei 17cm über Null fixiert. Anschließend habe ich aus kleinen Brettresten nach Augenmaß die Stützen gefertigt und entsprechend an der Wendel so verleimt, dass eine nahezu gleichmäßige Steigung bis zur Ausfahrt gegeben ist. Hierzu habe ich einfach jeweils bei 90 Grad eine Stütze gesetzt.

Abb 4: mit Korb belegte Wendel
Nach der Trocknungszeit von einem Tag, habe ich die Wendel nun noch mit 4mm Kork belegt. Hierzu habe ich mir eine Rolle Kork von www.kork24.de besorgt. Dieser wurde wie oben beschrieben nach der gleichen Methode wie die Elemente der Wendel angezeichnet und ausgeschnitten. Hier nun darauf achten, dass die Radien R2 und R3 gleich mit angezeichnet werden, damit später die Achse (Mitte) des Schienenverlaufs klar zu sehen ist. Anschließend den Kork mit Holzleim auf die Wendel leimen und einen Tag unter Kompression (Schraubzwingen) aushärten lassen.
Am Ende ist eine funktionelle und gar nicht mal so schlechte Wendel entstanden, die im Preis wohl nicht unterboten werden kann (Holzreste aus dem Baumarkt, Holzleim, einige Schrauben und Kork), für geschätzte 20 Euro. Die Arbeitszeit natürlich nicht mitgerechnet, dafür ist es ja mein Hobby!

Abb 5: fertige Wendel
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